Fast jeden Tag überlege ich mir den Job zu kündigen. Aber mich interessiert auch kein anderer. Kannst du mir helfen?

Nur dass du mich nicht falsch verstehst, ich finde das hervorragend. Du bist an einen Punkt angelangt, wo du erkennst, dass dich deine Arbeit nicht mehr zufrieden stellt oder tief befriedigt. Du erkennst auch, dass dich nicht wirklich ein anderer Job interessiert. Du bist mit deinem Verstand an die Grenzen seiner Lösungsfähigkeiten angelangt. Besser könnte es für dich gar nicht laufen, auch wenn es sicherlich für dich eine unbequeme Situation ist. Aber wenn wir unbequem sitzen, dann verändern wir auch einfach unsere Haltung, ganz einfach ohne zu klagen, oder?

Um deinem Leben einen tieferen Sinn und damit eine Befriedigung herzustellen, suchst du am falschen Ort. Wir alle haben gelernt uns durch unser Tun zu definieren. Dieses Austoben ist auch nicht schlecht, aber irgendeinmal, wenn es gut kommt schon vor dem ersten Burn Out oder Herzinfarkt, merkst du, dass es das nicht sein kann. Irgendeinmal merkst du, dass die Lebenszeit verrinnt und qualitativ doch nicht wirklich etwas passiert. Dann ist der Punkt da nach Innen zu schauen.

Es geht nicht darum das Richtige zu tun, sondern das was wir tun richtig zu machen. Du kannst vor dir nicht davon laufen auch nicht mit einem neuen Job. Wenn du aber Ja sagst zu der jetzigen Situation und den Widerstand fallen lässt, transformierst du ihn. 
Denke daran, dass du unnötige Schmerzen erleidest, wenn du nicht da sein willst wo du gerade bist. Und nicht nur das, du verletzt auch deine Mitmenschen mit deinem Frust.

Erkenne heute, dass nur dein Sein dir eine tiefe, bleibende, innere Befriedigung und Sinnhaftigkeit schenken kann. Das Suchen im Aussen und Tun ist zwecklos und nur erschöpfend. Wenn du dieses Lebensgefühl des Seins in dir wahrnimmst, wird deine Tätigkeit von einer ganz anderen Energie durchflutet. Sie bekommt eine andere Qualität, du berührst damit die Existenz selbst. Denn jegliches Tun ist in seiner letzten Konsequenz sinnlos, das Tun alleine bewirkt gar nichts. Oder es wird sogar ein Tun, das sich gegen das Leben und gegen den Menschen selbst richtet. Dass so eine Arbeit zu Frustration führen muss, ist nur logisch.

Es steht dir jeden Augenblick frei, diesen Konflikt mit dem Jetzt, mit dem Leben aufzugeben. Du bist immer dort wo du bist, immer. Kannst du das akzeptieren ohne dir ein Urteil zu bilden ob es gerade gut oder schlecht ist? Wenn du nicht das Beste aus der gegenwärtigen Situation machst, dann ist diese Lebenszeit für immer und ewig verloren. Wenn du dich hingegen jetzt zu einem Ja entscheidest und Freude und Liebe in diese Situation bringst, dann bekommt dein Tun den tiefst möglichen Sinn. Freude und innerer Frieden werden
die Situation transformieren. Der Verstand allerdings wird nicht zu einer solchen Lösung kommen. Er lebt vom inneren Konflikt und von der Illusion etwas Wichtiges machen zu können.


Zuletzt aktualisiert am 2011-04-01 von Satyam Ahlaad.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Nadja | 2011-05-18

Hallo ihr beiden

Hierzu habe ich eine Frage, die mir schon länger auf der Seele brennt: Wie kann man eine Balance herstellen zwischen "sich im Hier und Jetzt glücklich fühlen und sich den Schwierigkeiten des Moments stellen, daran wachsen und sich dadurch auch transformieren" und "dem intuitiven Gefühl folgen", das einem in die aktive Veränderung, ins Tun treibt? Ich gelange immer wieder an diesen Punkt, an dem ich im Nicht-Tun mich einer schwierigen Situation stelle und dann irgendwann doch an den Punkt gelange, an dem ich mich frage, ob das wirklich so sein muss, dass ich mir das antue, weil ich es letzten Endes emotional doch nicht gut ertragen kann...
ich bin gespannt auf deine Antwort und sende dir herzliche Grüsse
Nadja

Kommentar von Ahlaad | 2011-05-20

Es ist mir ganz wichtig, dass Nicht-Tun NICHT bedeutet, dass du dir etwas antuen musst und innere Schmerzen erleiden musst. Sich im Hier und Jetzt glücklich fühlen BEDEUTET sich den Schwierigkeiten des Moments zu stellen. So gesehen gibt es keine Balance, ein bisschen von hier und ein bisschen von da.

Es ist nur so, dass du aus deinem Verstand heraus nichts tust. Wenigstens nichts mit einer hintergründigen Absicht. So wie du den Finger zurück ziehst wenn du dich verbrennst, veränderst du die Situation die dich schmerzt. Aber ohne Groll, Eifersucht, Rachegelüste, Selbstmitlied usw.. Du schaffst Bedingungen die nicht mehr schmerzen. Und das kann schon nur eine ehrliche Kommunikation sein.

Im Weiteren kommt dein innerer Schmerz, weil du die Situation auf eine ganz bestimmte konditionierte Art und Weise beurteilst, also dir Gedanken darüber machst. Dieser Schmerz fordert dich auf, tiefer zu blicken, deine Konditionierungen aufzudecken und dich zu fragen ob du deswegen wirklich Schmerzen leiden willst. So gesehen gibt es nicht mehr viele echte Schwierigkeiten (lebensbedrohende). Du wächst also eher daran, dass du deine innere Welt kennen lernst und sie sich dadurch transformiert.