Wie werde ich eine gute Heilerin?
Danke für die gute Frage. Ich möchte jedoch sogleich zurückfragen, wieso möchtest du eine gute Heilerin werden? Was ist deine Motivation? Ist es die Motivation, dich besser oder stärker zu fühlen, weil du einem Kranken, Schwächeren hilfst? Wovor möchtest du ihn bewahren? Wer oder was gibt dir die Sicherheit zu wissen, was für diesen Menschen das Beste ist? Wenn du Heilerin sein möchtest brauchst du Kranke, du brauchst sie. Hast du dir das schon mal überlegt? Heilen heisst nicht unbedingt das Leiden zu verkleinern. Körperlich und geistig Gesunde können trotzdem Leiden. Hingegen gibt es kranke Menschen, die nicht leiden.
Wenn ein Mensch zu mir kommt und mich bittet ihn zu heilen sage ich, dass er sich nur selbst heilen kann. Die Krankheit hat für mich ein grosses Potential und ich möchte niemandem seine Erfahrungen rauben. Ich weiss wovon ich rede, ich hatte Speiseröhrenkrebs. Diese Krankheit war mein bester Lehrmeister. Auch ich ging zu vielen Heilern mit dem Wunsch mich heilen zu lassen. Nichts half und schlussendlich gab ich auf. Dieses Aufgeben war das wichtigste Ereignis in meinem Leben. Es war so ein Höhepunkt in meinem Leben, dass mein ganzes Leben vergeblich gewesen wäre, wenn mir jemand diese Krankheit weggenommen hätte. Obwohl ich darum gebittet habe.
Wenn du Krankheit als etwas Schlechtes anschaust, dann möchtest du helfen und heilen. Diese Sichtweise ist jedoch einfach eine konditionierte und eine unvollständige obendrauf. Krankheit, wie alles andere auch in deinem Leben, ist eine Möglichkeit dich zu entwickeln. Wehrst du dich gegen die Krankheit, wehrst du dich gegen deine Entwicklung, du bist im Widerstand. Und du kannst nur verlieren, wenn du im Widerstand gegen das Leben bist.
Wenn du Krankheiten als Symptome anschaust die spontan kommen und auch wieder spontan gehen können, dann gibt es keine Krankheiten mehr. Wenn es keine Krankheiten mehr gibt, dann gibt es auch nichts mehr zu heilen. Dann bist du keine gute Heilerin mehr, sondern eine gute Begleiterin. Mit Mitgefühl begleitest du einen Menschen der Symptome hat und hilfst ihm die Situation anzunehmen, zu verstehen gibt es nichts. Du hast nicht die Absicht irgend etwas verändern zu wollen. Vielleicht ist es sogar ratsam Zeit zu gewinnen und die moderne klassische Medizin zur Hilfe zu nehmen. Anzunehmen was ist, bedeutet Frieden zu schliessen mit sich und der Existenz. Was immer dann passiert ist nicht mehr so wichtig, weil du Frieden erfahren hast. Und das kann das Wundervollste im Leben sein und wenn es auch nur einen einzigen Tag dauert. Dann hat sich der Sinn des Lebens erfüllt.
Vielleicht kann ein vollständig erwachter Mensch Symptome weg- oder auch dazu zaubern. Wenn er aber vollständig erwacht ist, wird er sich davor hüten es zu tun. Er sieht den grösseren Zusammenhang und sieht die Notwendigkeit und Unausweichlichkeit von dem was ist. Er ist ein Leuchtturm des Friedens das auf andere überspringt. Er kann seinen eigenen Körper ebenso gut loslassen wie einen fremden.
Frage dich also nicht mehr wie du eine gute Heilerin werden kannst sondern warum.
Zuletzt aktualisiert am 2011-06-09 von Satyam Ahlaad.

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